Was war am Juni 10th, 2007

Gelb-Schwarz

Sonntag, 10. Juni 2007

Bei diesen Farben weiß der Mensch instiktiv: Achtung! Es surrt, eine Wespe, gelb-schwarz: Achtung!

Gestern war ich bei der Post. Mal eben ein Paket abgeben, vor dem Frisörtermin… Denkste. Der Brief- und Paketversender hat scheinbar seine Kernkompetenzen arg aus dem Auge verloren. An dem unbesetzten Postbank-Schalter, Bürobedarf und einem Werbebotschaften speienden Plasma-Bildschirm (ja, die kauft wirklich jemand) vorbei ging es schnurstraks… zur Schlange.

Das kann der Deutsche ja eigentlich gut, v.a. der Ostdeutsche, der Wessi legt ja vorher das Handtuch hin. Trapp, trapp, die Minuten verflogen. Der Schnauzer ganz rechts versuchte mit lakonischen Bemerkungen dem grauen Mäuschen in der Mitte zu verheimlich, dass er von dem Vorgang, den sie gerade durchführte genauso wenig verstand.

So etwas kommt auch nur höchstens einmal im Jahr vor…

Das kleine Wiesel am Schalter links pflichtete dem Schnauzer bei und vergaß darüber vollkommen seinen Kunden, der ihn glücklicherweise an seine erste Bürger… ähm Angestelltenpflicht erinnerte.
Der Schnauzer seinerseits musste sich mit immer dem selben senilen Rentner beschäftigen, den ich öfters zu treffen scheine. Ob er denn Geld abheben könnte. Klar kann er… wenn etwas auf dem Konto wäre. Der Postbank-Schalter war ja nicht besetzt.

Das Wiesel unterbreitete der nun zu bedienenden Kundin langwierige Formulare, ein Vertrag? Vielleicht diese T-Offline-Werbung, neben der ich mittlerweile angelangt war. Rätzelraten meinerseits.

Ich kam dran, das Wiesel. Ich legte mein Paket ab und erklärte den Sachverhalt: Verschicken, bitte unversichert.

Verschicken sie öfters Päckchen?

Mir schwante böses. In Sekundenbruchteilen huschte an mir eine Packstation, die Fresse von Tommy Gottschalk und die Pleite 2 Monate nach der Einführung der Packstation vorbei. Das Prinzip ist einfach: Der Kunde kann sein Paket wann immer er will bei dem gelben Kasten abholen.

Aber! Nicht zu lange drin lassen, bitte auch in der richtigen Station, mit einer Checkkarte und mit PIN-Nummer. Sowieso nur in der Größe, die der gelbe Kasten schluckt. Die Benachrichtigung per SMS funktionierte nicht, die Lieferung dauerte länger als der klassische Weg. Wazu das alles? Einfach ist anders.

Deswegen antwortete ich dem Wiesel: Nein, und ich habe die Packstation schon ausprobiert. Ein langes Gesicht seinerseits, ein Vertrag weniger, den er heute unterschrieben zurück bekam. Der Herr hinter mir hätte es mir gedankt, hätte er es gewusst.
Liebe Postler: Verschickt doch einfach nur Briefe und Päckchen und das richtig und ohne Schnick-Schnack, den weder eure designierten Kunden, noch eure Angestellten verstehen.

An der Werbung für allen möglichen Kernkompetenz fremden Mist und der Schlange vorbei ging es dann endlich zur rettenden Kopfmassage mit anschließendem Haarschnitt.