Der Löwe
Dienstag, 7. August 2007Im Moment beschäftige ich mich teils aus Zufall, teils aus indirekter persönlicher Betroffenheit mit dem Thema Personalführung oder “Was macht einen guten Chef aus?”.
Die Augen geöffnet hat mir ein Vortrag von Mark Hübner-Weinhold, seines Zeichens Leiter der Redaktion Beruf & Erfolg beim Hamburger Abendblatt, in der Uni Hamburg, den es bei podcampus.de zum herunterladen gibt. Der Titel Mein Chef – ein Oberaffe? zeigt schon, in welche Richtung der Vortag zielt: Die Parallelen zwischen Menschen und Tieren in der Personalführung.
Herr Hübner-Weinhold kommt nach 30 Minuten auf das Idealbild des Chefs zu sprechen: Der Löwe. Warum? Die Erfolgsregeln des Löwen sind:
- Tue möglichst wenig selbst.
- Lasse nur die Profis für dich arbeiten.
- Wenn es darauf ankommt zeige Stärke
Mit dem ersten Punkt haben die meisten Chefs kein Problem. Bei Punkt zwei fangen die Probleme an. Viele Chefs trauen ihren Mitarbeitern nicht zu, was eigentlich ihre Aufgabe wäre und reden ihnen rein, wo es nur geht. Sie sind nicht Zielorientiert genug.
Beim dritten Punkt scheiden sich die Geister noch deutlicher. Viele Chefs verfallen bei Gefahr oder Problemen in den Schuldzuweisungsmodus, was wiederum alles andere als Ergebnis orientiert ist.
Im Notfall zählt das Ziel und maximal noch, wie man dahin kommt. Alles andere kann man in Ruhe nach dem Sturm besprechen, wenn das rettende Ufer erreicht ist. Aber warum zählt bei manchen die Schuldzuweisung mehr als das Ziel? Weil sie Angst haben, sie könnten Schuld haben.
Vielen Chefs fehlt leider die Traute eigene Fehler einzugestehen, weil sie denken es wäre das Gegenteil von dem, was es eigentlich ist: Eine Stärke. Fehler zugeben ist das eindrucksvollste, was ein Chef machen kann. Macht demonstrieren das schlimmste.
Aber genau aus diesem Grund lassen sich Chefs auch nicht bei ihrem Job helfen, obwohl niemand seinen Job von Anfang an ausfüllt und jeder irgendwann einmal Hilfe braucht. Ja, wirklich jeder.