Tag 2: Brand Baude
Dienstag, 7. Oktober 2008Mittwoch 24. September 2008. (erster Beitrag)
Die Sonne war heute nicht zu Besuch in Sachsen, leider. Dafür war bestimmt der Drachen von der Touristeninformation in Hohnstein verantwortlich, aber dazu später mehr.
Von der Bahn aus ging ich zur Personenfähre, von denen hier wirklich jeder Elbort eine zu haben scheint, „`nüber na´“ Stadt Wehlen, Hauptort. Eine lange Steigung später wanderte ich relativ unbeeindruckt am steinernen Tisch vorbei Richtung Bastei / Burgruine Niederrathen. Was dem Kölner der Drachenfels, scheint dem Dresdener die Bastei zu sein. Mein Wanderführer schreibt ungeniert „Touristenautobahn“ und lügt damit kein bisschen, sogar ein paar Japaner waren da.
Beim Abstieg an den Schwedenlöchern vorbei traf ich tröpfchenweise auf eine entgegenkommende Schulklasse beim Wandertag, deren Grüppchen ich immer wieder sagen musste, dass sie gerade auf der Hälfte des Weges angekommen seien. Die einzigen, die dies mit einer spontanen Pause quittierten, waren die beiden Lehrkörper.
In Rathen angekommen genoss ich bei meiner Mittagspause ein Stück Kuchen aus der lokalen Bäckerei, direkt an der Fähre. Denn natürlich hat Rathen auch eine Fähre.
Durch den Füllhölzlweg und an der Polenz entlang wanderte ich meinem heutigen Etappenziel Hohnstein entgegen. Nach einem ziemlich knackigen Aufstieg durch den schönen Bärengarten, wollte ich mein Nachtlager in einem Hotel- oder Pensionszimmer aufschlagen. Vor allem wollte ich am ersten Tag nicht mehr als 20km laufen, um mit meinen noch nicht vorhandenen Kräften hauszuhalten.
Die Dame von der Touristeninformation dachte wohl ich sei der Leibhaftige persönlich. Jedenfalls sagte ihr Blick das, als ich ihr eröffnete, dass ich auf der Suche nach einem Zimmer für eine Einzelperson und nur eine Nacht sei. In Hohnstein sei das schier unmöglich, deswegen verwies mich der Drachen an das „wenige Kilometer“ entfernte Brand, wo es eine Herberge geben würde.
Unfreiwillig hat sie mir damit eine sehr schöne und gemütlliche Herberge, die Brand Baude, gezeigt. Sie ist mit 8€ Übernachtung und 6€ für das Frühstück billig und hat eine phänomenale Aussicht, von wo aus ich meine morgige Etappe schon wunderbar einsehen konnte.
Beim leckeren Abendessen lernte ich von der netten Kellnerin, dass böhmische Knödel quasi Weißbrot, Plinse Pfannkuchen und Quarkkeulchen ein sehr leckerer Nachtisch sind.






