Was war am Oktober 12th, 2008

Tag 4: Bad Schandau

Sonntag, 12. Oktober 2008

Freitag 26. September 2008. (erster Beitrag)

Kurz nach dem Aufwachen stellte ich ein wenig geknickt fest, dass überall im Tal Wolken faul herum hingen. Der Wetterbericht hatte Sonne und 15°C vorausgesagt und nicht Wolken und gefühlte 8°C.

Blick vom Pfaffenstein

Darüber hinaus muss ich jammern: Meine Knie schmerzen verdammt doll und meine Fersen auch. Die Regenwolken stärken meinen inneren Schweinehund und singen etwas von Abbruch. Wenn nicht Abbruch, dann mindestens die heutige Etappe ausfallen lassen, mit dem Schiff oder mit der Bahn nach Bad Schandau fahren, damit ich für die Haupttour ab dort fit bin. Ich will die Etappen vier bis sechs auf jeden Fall laufen. Dort lauert der richtig urwüchsige Urwald; deswegen bin ich hier.

Es geht auch anders. Ich lasse es langsamer angehen, kaufe mir Tabletten mit Muschelextrakt für meine Gelenke und für 20€ im kleinen Bergsportladen Wanderstöcke (neudt.: Nordic-Walking-Stöcke). Gestärkt und bewaffnet erklimme ich nach einem kleinen, unfreiwilligen Umweg den Pfaffenstein. Ich bin oben und habe keine Knieschmerzen mehr. Und… diese… Aussicht… ist… GROSSARTIG!

Der Pfaffenstein Der Weg nach oben Ich ;-)

Innerlich mache ich Luftsprünge. Ich habe es geschafft, obwohl ich heute morgen noch aufgeben oder Plan B bemühen wollte. HaPe (Kerkeling) würde das jetzt wieder auf das normale übertragen, aber das spare ich mir hier.

Johannes und Markus kommen aus Dresden und sind für einen Tag hier oben auf dem Pfaffenstein und haben Tee, Hängematte und Seil zum Balancieren (Slackline) dabei. Sie geben mir Tipps für die Gegend, die ich mir nicht entgehen lassen sollte. Da wären die Ida-Grotte und die Hentschelstiege hinauf auf die Affensteine.

Nach einer knappen Stunde Pause, in der wir sogar von ein paar Dresdenerinnen selbst gemachte Nussecken spendiert bekamen, lasse ich die beiden zurück und mache mich an den Abstieg. Unten angekommen habe ich immer noch keine Knieschmerzen, was ich wohl den Stöcken zu verdanken habe. Nur meine Achillessehnen sind wohl ein wenig entzündet, denn sie tun ein wenig weh.

Japan? Blick vom Pfaffenstein II Kletterer am Pfaffenstein

Ich raste mehr als in den ersten zwei Tagen. Ich denke nicht mehr nur an ein Ziel. Nicht mehr an meinen Reiseführer. Vielmehr an die Möglichkeiten, die sich auf dem Weg ergeben. Gut, dass ich gestern doch noch eine Landkarte gekauft hatte.

Die nächste Wahlmöglichkeit: Soll ich den Papststein besteigen oder außen herum laufen. Ich gehe hinüber und merke, dass außen herum doch besser gewesen wäre, dass es aber auch kein Beinbruch ist.

Zwei Stunden später stehe ich an der Elbe und winke zusammen mit zwei Frauen der Bedarfsfähre in Bad Schandau, damit sie anhält. Untergekommen bin ich in der Villa Anna im Kirnitzschtal, eine Gehminute von der Bahnstation weg, von der aus ich morgen mit der nostalgischen Tram zu meinem nächsten Etappenstartpunkt fahren werde.

Wiese (Im Hintergrund: Die Schrammsteine) Wetterhahn Villa Emma

Nach einem kleinen Elbbummel bin ich nun als Tagesabschluss im Goldenen Anker vor selbigen gegangen. Ich habe ein sensationelles Riesenschnitzel mit Bratkartoffeln verdrückt, dass mit seinen 5,90€ glatt dem Oma Kleinmanns in Köln Konkurrenz machen könnte.

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