Artikel zum Stichwort ICE3

Deutsche Bahn geht über Leichen

Freitag, 7. November 2008

Ich war schon ziemlich baff, als ich gestern den Bericht in Monitor sah.

Winfried Wolf, Bündnis “Bahn für Alle”:

„Sie [Die Bahn] hat ganz eindeutig diese Informationen zurückgehalten, sie hat ja am 24. September den Bericht der Bundesanstalt für Materialprüfung gehabt, … vorliegen gehabt. Spätestens da hätte sie sagen müssen, wir haben ein echtes Problem mit unserem Radsatz eines ICE 3. Trotzdem hat sie bis Mitte Oktober, also bis nach Bekanntgabe der Verschiebung des Bahn-Börsenganges gesagt, dass sie kein Gutachten hätte, dass sie keine Informationen hätte, dass sie nicht wüsste, was mit der gebrochenen Achse vom 9. Juli es auf sich hat.“

Herr Hartmut Mehdorn nimmt also für seine von Herrn Tiefensee genehmigten Bonuszahlungen für Bahn-Börsen, mitunter hunderte Tote ICE3-Passagiere in Kauf. Es ist zum davonlaufen, wie verantwortungslos diese Knopfdrücker am langen Hebel der dunklen Macht mittlerweile agieren.

Die Bänker, die Milliarden verzocken sind da harmlos gegen. Die setzen nur das Geld anderer auf’s Spiel. Herr Mehdorn nimmt Tote billigend in Kauf! Kann man so jemanden nicht bitte wegen versuchten Totschlags aus Habgier und Heimtücke in mehreren hundert Fällen vor Gericht stellen?

Tag 1: Im Zug

Sonntag, 5. Oktober 2008

Dienstag, 23. September 2008.

SpatzenIch sitze im Zug von Frankfurt nach Dresden, irgendwo kurz vor Fulda. Draußen zieht die feucht geregnete, diesige Landschaft vorbei. Neben mir sitzen Geschäftsleute, ein Mann und eine Frau, die über irgendein Projekt reden, dass sie nachher in Weimar vorstellen müssen.

Schon eben auf der ersten Etappe waren sie mir aufgefallen; Menschen auf dem Weg zur Arbeit, beschäftigt, gehetzt, gestresst. Sonst bin ich einer von ihnen. Heute nicht. Heute liegt selbst mein iPod noch unbenutzt vor mir.

Vertieft in Gedanken, die wie die Landschaft an mir vorbei ziehen. Arbeit, Privatleben, das Wochenende in Berlin. Vertieft in den Wanderführer, den ich mir gestern gekauft habe, mit der Route, die ich mir in der sächsischen Schweiz vorgenommen habe.

Der Zug ist mittlerweile kurz vor Riesa und ich habe per Handy die von einem Bekannten empfohlene Pension in der Dresdener Neustadt bestellt. Jetzt benutze ich doch meinen iPod. Hape Kerkeling spricht sein Buch Ich bin dann mal weg, was thematisch gut zu meiner Reise passen könnte.

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Ende: OK

Samstag, 19. Juli 2008

Nach 2 E-Mails und zwei Telefonaten habe ich nun einen 20€-Gutschein zur Verrechnung von der Bahn zugesagt bekommen. Und das war noch gnädig eine Kulanzentscheidung des Hotliners, da BahnCard100-Kunden nämlich normalerweise nichts bekommen.

Resümee: An zwei Tagen fallen meine Bahnen aus. An zwei Tagen fahre ich deswegen mit einem geliehenen Auto. An zwei Tagen könnte ich insgesamt 120€ absetzen und verfahre für knapp 50€ Sprit. Für diese zwei Tage enthalte ich 20€ indirekte Entschädigung.

Note: Befriedigend minus.

Fällt aus???

Dienstag, 15. Juli 2008

Und schon wieder Ungemach von der Bahn.

Heute wollte ich wie immer mit dem Zug um 17:17 Uhr fahren. Sicherheitshalber habe ich mal nachgeschaut, ob sie fährt. Der Zug vorher 16:53 Uhr fiel schon mal aus. Dann, eine halbe Stunde vorher war klar: Der 1717 fällt auch aus. Ahhhhhhh!

Mein Kollege telefonierte schon mit der Hotline, die ihm in just dem Moment wo auch auf der Bahnseite der Hinweis auftauchte, darüber unterrichtete, dass der 16:53 Uhr doch fahren würde, aber mit 5 Minuten Verspätung. Super Sache, nach viel gehetze haben wir ihn noch erreicht.

Was soll das? Erst sagen, dass der nicht fährt, dann aber erst 10 Minuten vorher bekannt geben, dass doch einer fährt. Sowas ist doch viel vorher klar. So langsam strapazieren die Bahner meine Nerven. Das wird ein Bahn-Blog, schätze ich.

ICE3-Aufall, die Antwort

Montag, 14. Juli 2008

Hier die Antwort der Bahn auf meinen ersten Brief am Freitag:

Sehr geehrter Herr Kühn,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 11. Juli.

Zuverlässigkeit steht für uns neben der Sicherheit der Fahrgäste immer an erster Stelle. Schließlich erwarten Sie zu Recht, dass Sie sich auf unseren Fahrplan verlassen können.

Andererseits ist der Bahnbetrieb sehr komplex, wir sind abhängig von der Technik und unterliegen auch Außeneinflüssen. Deswegen können wir gelegentliche Störungen im Bahnbetrieb, die vereinzelt auch Zugausfälle zur Folge haben, leider nicht immer vermeiden. Bitte haben Sie Verständnis dafür.

Sie können sicher sein, sehr geehrter Herr Kühn, dass wir in einem solchen Fall alle Möglichkeiten ausschöpfen, die nachteiligen Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.

Es tut uns sehr leid, dass Sie die Unannehmlichkeiten hatten, und wir bitten Sie dafür um Entschuldigung.

Die BahnCard100 berechtigt Sie zur Nutzung aller angebotenen Produktklassen der Deutschen Bahn.

Eine Erstattung der PKW-Kosten ist leider nicht vorgesehen.

Die Kostenübernahme von Taxifahrten ist in den Beförderungsbedingungen geregelt.

Wenn Sie weitere Fragen oder Anregungen haben, rufen Sie uns bitte an. Sie erreichen uns unter der Rufnummer 01805 340035 (14 ct/Min. aus dem Festnetz, Tarife bei Mobilfunk ggf. abweichend) täglich rund um die Uhr.

Wir freuen uns, wenn wir Sie wieder als Gast begrüßen dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Was mich dabei maßlos aufregt: Es sind einfach hintereinander gehauene Textblöcke und zudem inhaltlich falsch, weil: Wie ich gestern gelernt habe, bekomme ich wohl eine Entschädigung. Zwar keine angemessene, aber es gibt eine.

ICE3-Ausfall der Bahn III

Sonntag, 13. Juli 2008

So nun der dritte Teil der Saga:

Alle meine Züge für morgen fallen aus. Die Bahnhotline wusste nicht, dass ich trotzdem einen Zug nach Montabaur nehmen konnte. Das konnte ich mit dem tollen PDF herausfinden, dass die Bahn zur Verfügung stellte, aber leider standen keine Abfahrtzeiten dabei. Nach kurzer Recherche bekam ich einen Rückruf mit der Zusage, dass ich trotzdem einen Zug um 7:44 Uhr nehmen könnte. So weit, so gut.

Aber: Wie komme ich nach Hause? Darauf wusste die Dame keine Antwort. Super Sache, ich fahre mit der Bahn zur Arbeit, weiß aber nicht ob und wann ich wieder zurück komme. Für meinen Arbeitgeber scheint das eine gute Alternative zu sein… Für mich nicht.

Dann heißt es wieder: Auto fahren, trotz BahnCard.

Ausfall II

Sonntag, 13. Juli 2008

Die Informationslage wird besser, vielleicht komme ich sogar morgen früh mit der Bahn zur Arbeit.

Aber:

Bahn.de
DB-Zeitkarten werden anteilig erstattet, wenn der Geltungsbereich der Fahrkarte sowie der Reisetag direkt betroffen sind.

Hier gelten folgende Erstattungsmöglichkeiten:
• Persönliche JahresCard: 1/360 des Fahrpreises
• Persönliche Monatskarten: 1/30 des Fahrpreises
• Persönliche Wochenkarten: 1/7 des Fahrpreises

Heißt für BahnCard100-Kunden: 3500€ : 360 = 9,72€

Superlogisch, sehr nachvollziehbar, v.a. wenn man dem meine gestern theoretisch aufgestellten 60€ Kosten entgegenstellt, die ich hatte, oder zumindest beim Finanzamt geltend machen könnte.

Auch mathematisch ist dies ungerecht, da je höher die Zeitspanne des Ticktets ist, man immer weniger erstattet bekommt, da das Ticket natürlich im Verhältnis billiger wird, sonst würde ich es ja nicht dem kürzer laufenden vorziehen. *grummel*

Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben!